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Lyrik

Mein unbekannter Bruder
Griechische Dichtung
Giannis Papageorgiou
Griechisch - Englisch - Französisch -Deutsch
Thessaloniki 2011, Paperback, 46 S., 15 €, ISBN: 978-960-93-3392-4
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KURZER LEBENSLAUF
Jannis Papageorgiou studierte neugriechische Literatur. Er hat sich mit der gedruckten und elektronischen Presse, sowie Zeitung, Rundfunk und Fernsehen beschäftigt. Er hat Gedichte, Romane, Erzählungen und Artikel geschrieben. Bis jetzt hat er zwei Gedichtsammlungen veröffentlicht.

Kreuzung

Falls du in einer Kreuzung gerätst
und nach einem Weg suchst,
viele werden ihn dir zeigen.
Es werden nicht wenige sein.

Der eine rechts, da ist die Freude,
wird er Dir sagen.
Der andere links, hier ist das Licht,
wird er Dir sagen.
Und die von neben an, komm mit uns,
werden sie Dir sagen.

Hör nicht auf sie, mein Freund.

Die wollen dich verführen……
Weich ihnen ab……

Andernfalls,
wirst du für immer suchen.

Giannis Papageorgiou

Das Buch kann beim Autor bestellt werden. Preis: 15 Euro, inclusive Versandkosten.

Γιάννης Παπαγεωργίου / Yannis Papageorgiou
Σφακτηρίας 22, 60100 Κατερίνη - Ελλάδα / 22, Sfaktirias Str., 60100 Katerini - Greece
Τηλ. / Tel.: 0030 6977267043 - 0030 6942093726
E-mail: papageojohn@yahoo.gr
Blog: Papageojohn.blogspot.com

ISBN: 978-960-93-3392-4

»Martyríes - Zeugenaussagen«
Drei Gedichtreihen
Jannis Ritsos
Griechisch - Deutsch
Übersetzt von Günter Dietz und Andrea Schellinger
Elfenbein Verlag, 2009, Ln., 336 S. € 24, ISBN 978-3-932245-96-1
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Über das Buch (Verlagstext)

Jannis Ritsos erlebte extremes Unrecht und Gewalt in den unterschiedlichsten Formen und wehrte sich auch als Dichter mit aller Kraft dagegen. In den Kurzgedichten der »Zeugenaussagen«, die sich als eigenständige Form in drei »Reihen« zwischen 1957 und 1967 – dem Jahr seiner erneuten Verhaftung durch die Obristen – zu vollkommener Reife heranbildeten, fand er eine Möglichkeit, tragende Momente des Zeitbewusstseins (von Individuum und Gesellschaft) festzuhalten, Strukturen und typisches bzw. atypisches Verhalten aufzuzeigen. 1962 schrieb er in einer Notiz: »Ich kann nicht genau sagen, warum ich diese lakonischen und häufig epigrammatischen Gedichte schreibe. Vielleicht aus der Notwendigkeit blitzartiger Reaktionen auf gravierende, dringliche Probleme unserer Zeit, außerdem vielleicht aus dem Wunsch heraus, einen Augenblick herauszulösen und alles festzuschreiben, was seine tiefenmikroskopische Untersuchung und darüber hinaus die Aufdeckung sämtlicher Zeitelemente, die sich ansonsten in unbegrenzter Breite vermutlich in Luft auflösten, erlauben würde – und somit ein Erfassen des Unteilbaren ›mittels Teilung‹, ein Erfassen der ewigen Bewegung ›mittels Bewegungsstopp‹.«


Quelle des Lebens Quelle des Lebens
Gedichte, Griechisch - Deutsch
von Spiros Sotiriou
Aus dem Griechischen von Rita Krieg, mit Zeichnungen von Elke Ziebarth, Krefeld 2010, 171 S., 10,00 € plus Versandkosten.
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VERRIEGELTE TÜR

Du klopfst an, klopfst wieder,
kein Wort,
kein Lebenszeichen ...!

Selbst wenn du das Schloss aufbrächst
voller Wut,
wäre nutzlos das Öffnen
der Tür.

Du bist erstarrt vor Schreck
wie der Vogel,
der die Schlange
in sein Nest kriechen sah.

Du klopfst an, klopfst wieder,
kein Wort,
kein Lebenszeichen ...!


ΑΜΠΑΡΩΜΕΝΗ ΠΟΡΤΑ

Χτυπάς, ξαναχτυπάς,
μιλιά,
σημάδι ζωής κανένα! ...

Ακόμη κι αν σπάσεις την κλειδαριά
μανιασμένος,
είναι άχρηστο το άνοιγμα
της πόρτας.

Ξεψύχησες από τη λαχτάρα
σαν το πουλί,
που είδε να μπαίνει
ένα φίδι στο κλουβί του.

Χτυπάς, ξαναχτυπάς,
μιλιά,
σημάδι ζωής κανένα! ...

 
Spiros Sotiriou
wurde 1952 in Griechenland geboren. Seit 1978 lebt er in Krefeld, wo er seit 32 Jahren Griechisch, Geschichte und Religion unterrichtet.
Er ist Mitbegründer des „Bilingualen Modells - Griechisch", das 1989 an der Gesamtschule Kaiserplatz Krefeld ein-geführt wurde.
Außerdem ist er gesellschaftspolitisch engagiert in den Bereichen Migrationspolitik und deutsch-griechische Kul- turarbeit bzw. Beziehungen, u.a. mit zahlreichen Pres- severöffentlichungen in Griechisch und Deutsch. Er ist verheiratet und hat zwei erwachsene Töchter.
Das Buch kann bei dem Autor direkt bestellt werden:
Spiros Sotiriou Cracauer Straße 82 47799 Krefeld Tel.: 02151 -631535 E-Mail: sot1@gmx.de

Άγονη γραμμή - Ungewisse Fahrt
Theodora Dimitroulia-Kohlhaas (Hg.)
Ποιητές, ποιήματα και ιστορία της μεταπολεμικής Ελλάδας - Griechenland nach dem Krieg: Dichter, Gedichte, Fakten
Verlag Dr. Dieter Winkler, 2010. 128 S., Kartonierte Ausgabe: ISBN 978-3-89911-124-8, € 14,80, Ausgabe in Bibliotheksleinen: ISBN 978-3-89911-139-2, € 32,80
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Verlagstext

Dieser zweisprachige Band zur griechischen Literatur- geschichte beleuchtet einen bewegten, aber in Deutschland kaum beachteten Abschnitt der jüngeren Geschichte Griechenlands: von der Metaxas-Diktatur der 1930er Jahre über die deutsche Besatzung im Zweiten Weltkrieg bis hin zum griechischen Bürgerkrieg 1946-1949. Die geschichtlichen Entwicklungen und Zerrüttungen dieser Zeit spiegeln sich literarisch in den hier vorgestellten Werken wider.
Der Band versammelt die Biographien und Gedichte dreier repräsentativer Vertreter der griechischen Lyrik dieser Zeit: Aris Alexandrou (1922-1978), Manolis Anagnostakis (1925-2005) und Titos Patrikios (geb. 1928) sind damals junge Männer im Alter um die zwanzig, die sich aktiv und unter Einsatz ihres Lebens am Widerstand beteiligen. Ihre Gedichte sind Visionen einer Gesellschaft der Gleichheit und der sozialen Befreiung, aufgrund derer sie sowohl während der deutschen Besatzung als auch im darauf folgenden Bürgerkrieg und danach verfolgt wurden, und gleichzeitig zeugen sie vom Leid, das Krieg und Vertreibung mit sich bringen - Visionen und Leid einer Generation, die sich und die gesamte Menschheit auf ungewisser Fahrt wähnt.
Diese Generation wurde "Generation der Niederlage", aber auch die der lyrischen und politischen Ethik genannt: Dass ihre Hoffnungen sich als trügerisch erwiesen, dass sie ihretwegen verfolgt wurden, bedeutete ihre Niederlage; ihr konsequentes politisches und gesell- schaftliches Engagement, den Verfolgungen zum Trotz, ist ihr besonderes Ethos. Dieses Paradoxon ist charakteristisch für die gesamte Nachkriegsgeschichte Griechenlands.
Die Einbettung dieser Lyrik in die Darstellung des Zeitraumes der griechischen Geschichte, in dem sie entstand, erschließt nicht nur den Zugang zu ihrem Verständnis; sie verortet sie auch als Bestandteil des literarischen Erbes Europas.
Die Übersetzungen der Gedichte entstanden im Seminar für neugriechische Literatur an der Universität Marburg durch Kennerinnen und Liebhaberinnen der griechischen Sprache und Lyrik um die dort lehrende Herausgeberin Theodora Dimitroulia-Kohlhaas. Es ist ihr Verdienst, dem deutschsprachigen Publikum erstmals den Zugang zu Leben und Werk einer Generation griechischer Schriftsteller geebnet zu haben, deren Einfluss auf das griechische kulturelle Leben bis heute spürbar ist: Titos Patrikios, noch immer aktiv, war Direktor der Kultur-Olympiade 2004; Werke von Manolis Anagnostakis wurden von Mikis Theodorakis vertont.

Inhaltsverzeichnis
Vorwort und Danksagung · Zur Einführung · Aris Alexandrou (Biographie, Gedichte) · Manolis Anagnostakis (Biographie, Gedichte) · Titos Patrikios (Biographie, Gedichte) · Historisches Nachwort · Literaturverzeichnis · Personenverzeichnis

Άγονη γραμμή - Ungewisse Fahrt
Theodora Dimitroulia-Kohlhaas (Hg.)
Ποιητές, ποιήματα και ιστορία της μεταπολεμικής Ελλάδας - Griechenland nach dem Krieg: Dichter, Gedichte, historische Hintergründe
Eine Auswahl an Gedichten von Aris Alexandrou, Manolis Anagnostakis und Titos Patrikios, aus dem Griechischen übersetzt von Lore Frey, Sunhilt Rieckhoff, Heidi Lauer und Theodora Dimitroulia- Kohlhaas
2010. 128 S., 17 x 24 cm
Kartonierte Ausgabe: ISBN 978-3-89911-124-8, € 14,80,
Bibliotheksleinen: ISBN 978-3-89911-139-2, € 32,80

 


Neue Gedichte
Odysseas Elytis
Neugriechisch und deutsch
Übertragen von Barbara Vierneisel-Schlörb unter Mitwirkung von Antigone Kasolea
Bibliothek Suhrkamp 1984, Pappband, 215 Seiten, 14,99 €
ISBN: 978-3-518-01843-9
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Verlagstext
Die Auswahl neuerer und neuester Gedichte hat Elytis, Nobelpreisträger von 1979, aus mehreren Einzelbänden unter Einbeziehung zweier vollständiger Zyklen selbst getroffen. Neben dem Übergang zu gleichnishaftcn Visionen tritt ein verstärkter Pessimismus hervor, ohne jedoch die »mediterrane« Qualität der Lyrik zu mindern.

To Axion Esti - Gepriesen Sei
Odysseas Elytis:
Zweisprachige Ausgabe
Neu durchgesehen und bearbeitet von Günter Dietz
Elfenbein Verlag, 2. Aufl. 2002, Ln., 208 S., € 18, ISBN 3-932245-36-9
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Über dieses Buch (Verlagstext)

»To Axion Esti«, das Hauptwerk von Odysseas Elytis, ist ein Himmelsstürmer: In dieser »Bibel der griechischen Nation« – so Mikis Theodorakis, der große Teile davon vertonte – stellt der Dichter das Schicksal seines Landes und den Weg zu einer neuen Freiheit dar. Er greift dabei auf keine geringeren Quellen zurück als die Dichtung der Antike, die Psalmen der Bibel, die orthodoxe Liturgie und die melische Dichtung der Byzantiner. Er schafft damit eine religiöse, ja mystische Atmosphäre. »To Axion Esti«, das »Gepriesen Sei«, mit dem das Loblied der Gottesmutter eingeleitet wird, durchzieht wie ein roter Faden dieses monumental anmutende Werk. Elytis gelingt es, traditionellen Bildern neues Leben einzuhauchen und sie mit Elementen aus der balkanischen Volksdichtung und der westeuropäischen Moderne zu einem geheimnisvollen Mosaik zusammenzusetzen – so geheimnisvoll und neu wie die Welt, in die das lyrische Ich des Textes seine Zuhörer einlädt. Die dunklen Wolken von Krieg und Frieden in seinem Land sind vorübergezogen – was bleibt, ist das klärende und verlockende Licht des Neubeginns.



PERASA / ERLEBT
Griechisch - Deutsch
von Dimula, Kiki
Übersetzt von Dadi Sideri-Speck.
Romiosini Verlag, Köln und Ikaros, Athen 2010,
ISBN 9783929889895, 95 S., 25 €
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Beschreibung
Anlasslich der Verleihung des Europäischen Literaturpreises 2010 an Kiki Dimula präsentieren die Verlage Ikaros (Athen) und Romiosini (Köln) diese kleine aber feine, zweisprachige Ausgabe, mit der eine bemerkenswerte Dichterin geehrt und dem deutschsprachigen Lesepublikum ans Herz gelegt werden soll. Perasa / Erlebt umfasst eine Auswahl an 25 Gedichten, die bereits in Plötzlich wurde ich hellhörig (Romiosini 2008) auf Deutsch erschienen sind, hier nun aber neben dem griechischen Original und begleitet von sieben farbigen Bildern des griechischen Malers Jannis Psychopedis zur Geltung kommen. Vertreten sind Gedichte aus fast allen Sammlungen des umfangreichen Werks der Dichterin, alle in der Übertragung der renommierten Lyrikübersetzerin und Dichterin Dadi Sideri-Speck.
Kiki Dimula wurde in Athen geboren, wo sie auch heute lebt. Sie arbeitete als Bankangestellte und trat 1952 erstmals literarisch in Erscheinung. Seitdem veröffentlichte sie in den Verlagen Stigmi und Ikaros zahlreiche Gedichtbände sowie einen Band mit Kurzgeschichten. Werke von ihr wurden in nicht weniger als neun europäische Sprachen übersetzt und vielfach ausgezeichnet.
Die dichterische Welt von Kiki Dimula ist die Spannung zwischen dem Seienden und dem Nicht-Seienden, aus der sie ihre Themen -- Werden und Vergehen, Zeit, Verschleiß und Verlust -- schöpft. Kennzeichen ihrer Sprache sind dabei ihr kreativer Eigen-Sinn über Konventionen hinweg und ihre außergewöhnlichen Bilder.
Kiki Dimula gilt als die bedeutendste lebende Dichterin Griechenlands.
Buchbesprechung von: Jens Beucker


Ionische Reise
von Seferis, Giorgos;
übertragen von Gerhard Emrich
Suhrkamp 2006, geb., Deutsche Erstausgabe.
ISBN 3-518-22403-4
ISBN 978-3-518-22403-8, 100 S., 11,80 €
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Verlagstext
»Mein ganzes Hiersein wird absorbiert vom Sich-Erinnern. Und es gibt das Licht, gierig sauge ich es in mich
auf.«
Giorgos Seferis (1900–1971), Nobelpreisträger für Litera- tur des Jahres 1963, war griechischer Diplomat. 1950, als Botschaftsrat in Ankara, unternahm er zwei Reisen nach Smyrna (türkisch Izmir), an die Orte seiner Kindheit. 1914, wenige Jahre vor der kleinasiatischen Katastrophe, die mit der Vertreibung der Griechen endete, war die Familie nach Athen gezogen. Smyrna, Zentrum des kleinasiatischen Griechentums, brannte 1922 fast vollständig ab.
Über die Kindheit hinaus stört Seferis’ Besichtigung das nationale und das ganz persönliche Trauma der Vertreib- ung in ihm selber auf, aber auch die Gegenwärtigkeit der griechischen Antike, die erst mit dem Exodus, sagt er, unwiederbringlich unterging.
Ionische Reise, dem umfangreichen Tagebuch des Dichters entnommen, bietet bewegende Lektüre, nicht nur für Griechenlandfreunde und Bildungsreisende.

GLÄSERNES JANNENA
Ganas, Michalis
(griechisch-deutsch)

Romiosini Verlag, 1995, ISBN 978-3-9298890-3-1 / 1995 / 83 S., 10,12 €
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Verlagstext

Michalis Ganas deutet menschliche Schicksale an, die, mit der Natur verbunden, vielfach in Bildern ausgedrückt werden. Aus der schweren Zeit der Kindheit erheben sich dunkle Erinnerungen, verarbeitet in feinsten Versen.

Die Gedichtsammlung "Gläsernes Jannena" von Michalis Ganas besteht aus 22 Gedichten, die verschiedenen dem Autor nahestehenden Personen gewidmet sind. Auch hier - wie schon in "Stiefmutter Heimat" - verarbeitet der Dichter Erlebnisse und Erfahrungen seiner eigenen Biographie.
Michalis Ganas wurde 1944 in Tsamandas/Thesprotien in Epirus geboren. Als kleines Kind erlebte er den grausamen Bürgerkrieg, der zum großen Teil in den Bergen seiner Heimat ausgetragen wurde. Dies hatte zur Folge, daß er mit seiner Familie sieben Jahre lang in Albanien und Ungarn herumirrte, bis er dann 1954 nach Griechenland zurückkehrte. Das war in einer Zeit, als Griechenland bereits einer neuen Heimsuchung entgegensteuerte, nämlich der Emigrationswelle, die ganze Dörfer leerfegte. Michalis Ganas erzählt: "Jetzt gerieten ganze Häuser in Aufruhr, ganze Gassen rechts und links verstummten. Neuerdings tauchte auch Deutschland auf, die jungen Leute, die übrigblieben, Männer, Frauen, sind auch weg."
Er studierte an der Universität Jura. Er hat als Buchhändler in der Buchhandlung Dodoni in Athen gearbeitet. Heute ist er in einer Werbeagentur tätig. Er hat viele Dokumentarfilme über griechische Literaten gedreht und viele Liedertexte geschrieben.
Das Werk erschien in der Reihe ROMIOSINI - Poesie, die den Wunsch hat, die wichtigsten Vertreter zeit- genössischer griechischer Lyrik vorzustellen.

Leseprobe:

I

Es dämmerte der Ort mit vielen Bergen
und ließ aufgehen seine Lebewesen,
gute und böse Menschen, Wiesel,
Füchse, und einen See gleich
einem Auge und bezwungene Kastelle.

Das wird Jannena sein, murmelte ich,
in Schnee und wildem Wetter
gläsern und golden.
[...]

BALLADEN
Anagnostakis,Manolis
(griechisch-deutsch)
Übersetzt von Niki Eideneier.
Romiosini Verlag, 1987, ISBN 9783923728343, 288 S., 15,24 €
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Verlagstext
Lyrik mit der Wehmut des Epos und dem Schmerz der Realität aus der Nachkriegszeit in Griechenland bis hin zur Juntaherrschaft in den 70er Jahren. In freiem Vers, ironisch und melancholisch wirkt Anagnostakis dem Bewußtsein einer verlorenen Generation entgegen.

Die Gedichtsammlung "Ta piimata 1941-1971" von Manolis Anagnostakis besteht aus 87 Gedichten; zusammengefaßt in drei Zyklen ("Zeiten", "Fortsetzung", "Ziel") stehen sie für 30 Jahre dichterischen Wirkens vor dem Hintergrund einschneidender politischer Ereignisse, wie denen des Zweiten Weltkriegs, der Besetzung Griechenlands, des Bürgerkriegs und der Militärdiktatur. Anagnostakis' erste Gedichte ("Zeiten") erscheinen im September 1945 in der Zeitschrift "Piräotische Literatur". Kurz darauf, 1948, während Anagnostakis selbst inhaftiert ist, wird seine zweite Gedichtsammlung "Zeiten 2" herausgegeben, welcher 1951 direkt nach seiner Freilassung "Zeiten 3" folgt. Diese frühen Gedichte sind in besonderem Maße vom politischen Zeitgeschehen, d.h. der deutschen Besetzung Griechenlands und des anschließenden Bürgerkriegs geprägt, aber auch durch Anagnostakis' unmittelbare Betroffenheit von der Auseinandersetzung mit dem Tod; seine sensible Lyrik er- und begreift die Dinge in ihrem Niedergang und Verfall.
Anagnostakis' zweiter großer Gedichtzyklus wird durch das Erscheinen der "Fortsetzung" 1954 eingeleitet, die anschließend zusammen mit "Fortsetzung 2" und "Fortsetzung 3" in einer Neuauflage seiner gesamten bis dahin erschienenen Gedichte ediert wird. Anagnostakis weicht immer weiter von einem strengen poetischen Strukturalismus ab, Metrum und Reim weichen dem freien Vers, Indirektheit des Wortes der offenen Ironie und dem Sarkasmus.
Nach einigen Jahren des Schweigens erscheinen schließlich 1970 Anagnostakis' vorläufig letzte Gedichte unter dem Titel "Ziel" in den "18 Texten", einer Anthologie von Prosawerken, Gedichten und Essays von 18 Schriftstellern, die diese auf eigene Verantwortung im zweiten Jahr des Militärregimes in Griechenland herausgaben. Die politischen Verhältnisse drängen den Autor zu einer agressiven, oft epigrammatisch wortwörtlichen Dichtung, die versucht, dem Bewußtsein von einer "Verlorenen Generation" entgegenzuwirken.

Leseprobe:

Meinem Kind ...

Meinem Kind haben die Märchen nie gefallen
Die ihm vom Drachen und dem treuen Hund erzählten
Von den Irrfahrten der Prinzessin Tausendschön und
von dem wilden Wolf
Jetzt sitz' ich abends und ich spech' mit ihm
Ich laß den Hund Hund, den Wolf Wolf, das Dunkel
Dunkel sein,
Ich zeig' ihm auf die Bösen mit dem Finger, bring' ihm bei
Namen wie ein Gebet, ich singe ihm von unsren
Toten.
Ah, es reicht jetzt! Den Kindern müssen wir die Wahrheit sagen.

Die Träume
Odysseas Elytis
Wörter - Menschen - Orte
Mit einem Essay von Ioulita Iliopoulou
Aus dem Griechischen von Günter Dietz
Elfenbein Verlag, 2004, Ln., 180 S., 18 €
ISBN 3-932245-58-X
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Über das Buch (Verlagstext)

Die 21 Träume (aus »Anichtá Chartiá«, »Offene Karten«, Athen 1974) hat Elytis selbst aus seinen 30 Jahre umspannenden Traumprotokollen ausgewählt und zu einem dreiteiligen Traum-Stück komponiert. Das Thema der Loslösung von der Familie und der Selbstfindung als Dichter erscheint in vielerlei Brechungen (auch in sieben »Fragmenten«), am schönsten im symbolreichsten Traum »Borianna«, der mit dem Symbol »Dreizack und Delphin« auch eine tiefe Sinnbeziehung zu Elytis' Hauptwerk »To Axion Esti« aufweist. Elytis, der nach heftigen inneren Kämpfen in radikaler Abkehr von der Familie und jeder brotberuflichen Tätigkeit sich nur seinem dichterischen Schaffen widmete, offenbart in seinen Träumen, dass sein Beruf eine in ihm angelegte Berufung war, der er sich nicht entziehen konnte und wollte. Die 21 Träume charakterisieren, wie der Übersetzer und Interpret Günter Dietz aufzeigt, nicht nur den Dichter und seine Epoche, sondern bieten auch dem trauminteressierten Leser eindrucksvolle Beispiele für symbolische Traumarbeit und für das Einwirken eines »Höheren Selbst«.

Textauszug:

1. – Etwas musste geschehen, etwas sehr Erfreuliches. Es ist Abend, alle Leute sind auf die Straße gegangen, ein Stimmengewirr, ein Liedersingen, man bildet Gruppen, alle Läden sind geöffnet mit ihren hellen Schaufenstern. Doch bei mir, mein Herz ist dunkel. Sobald ich vorwärts gehe, allein in der Menschenmenge, hab ich das Gefühl, ein Verurteilter zu sein, ein Bestrafter, ein von der Gesellschaft Ausgestoßener, dem nicht die Gnade gegeben wurde, auch in das Geheimnis der andern einzutreten und sich zu freuen. Gar zu gern hätte ich einen andern gefragt, endlich erfahren, warum dieser ganze Trubel und was denn dieses Wort BORIANNA bedeute, das in aller Munde ist, das mir von allen Seiten entgegenkommt, fast als bilde es ein allgemeines Losungswort, das ich auch noch überall auf den Wänden geschrieben sehe oder auf großen Transparenten, die von den Häuserbalkonen hängen! Aber ich schäme mich, mein Gott, wie ich mich schäme! Und vor allem, denke ich, darf ich mich auf keinen Fall verraten und ein derartiges Unwissen enthüllen, die Leute könnten ganz wild werden und mich lynchen.
Nur mit Mühe komme ich vorwärts, werde weitergeschoben und kämpfe, um mir mit den Ellenbogen eine Bahn zu öffnen. Ich bin in Eile, ich begreife, dass ich mich verspätet habe und dass ich alle meine Kräfte einsetzen muss, um eine Stunde früher dort anzukommen, wo man mich erwartet (?). Vor einer großen Konditorei sehe ich 5 oder 6 Kinder, sie machen kein Geschrei, sondern halten so etwas wie große rote Bonbons in der Hand, befestigt an Stecken, und sie lecken daran. Die Bonbons sind riesig, größer als ihre Köpfe und leuchten, als sei ein rotes Lichtchen in ihrem Innern angezündet. In dem Augenblick, als ich an ihnen vorbeigehe, bewegt eines der Kinder rasch seine Hand in der Luft nach links und nach rechts und ich sehe, wie sich in der Dunkelheit mit roten Leuchtbuchstaben das Wort BORIANNA bildet. Ich bin nicht so sehr wegen der Bedeutung dieses Wortes ratlos, als vielmehr wegen seiner Orthographie. Mit zwei "N" – aus welchem Grund? Wie hat man das gefunden? [...]


Kavafis BRICHST DU AUF GEN ITHAKA ...
Kavafis, Konstantinos:
griechisch-deutsch
Mit CD: Vertonungen ausgewählter Gedichte Kavafis' (Alekos Karosas, Alexandra Gravas)
Romiosini Verlag Köln, 2009, geb., 450 S.
ISBN 978-3-929889-87-1, 32,80 €
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Verlagstext:
Die vorliegende Neuausgabe wagt, im Vergleich zu den vorausgegangenen, rund 26 Jahre nach der Erstausgabe von 1983, zweierlei Neuerungen: erstens die Zweisprachigkeit und zweitens die Auffrischung der alten, bewährten Übersetzung von Wolfgang Josing unter der Mitarbeit von Doris Gundert durch den deutsch-griechischen Dichter Alexios Mainas.

Mit CD: Vertonungen ausgewählter Gedichte Kavafis' (Alekos Karosas, Alexandra Gravas)

ALL DIESE JAHRE VOLL NEBEL
Antonis Kalfas
Gedichte 1980- 2005 griechisch - deutsch
Aus dem Griechischen von Sophia Georgallidis
Romiosini Verlag, 2006, ISBN 9783929889796, 1. Aufl. 159 S., 14,80 €

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Buchvorstellung
Antonis Kalfas ist der Dichter des menschlichen Bedürfnisses nach kollektiver Trauer und Wohlbefinden, nach Sozialisierung und Solidarität, hauptsächlich aber nach gleichmäßiger Akzeptanz des Sonnenscheins eines jeden Tages. Die Heimat der Anderen wird zu seiner Heimat, die Staatsangehörigkeit der Menschen wird durch die Dichtung ökumenisch und zeitweise erdübergreifend, die neue Sprache wird zu einem Bündel vielfältiger Wörter mit in jeder Ecke der Erde verzweigter Abstammung, jeder Aufenthaltsort zu einem Phantasiepuzzle mit Brausenecho der Flüsse Amazonas, der Donau, Aliakmon und Wolga, mit Schneeduft von den Anden, dem Olymp und dem Schwarzwald. Und der Dichter: ein Einsamer unter den Massen, ein Flaneur - verloren in den traurigen Zimmern der Welt.
Obwohl der Dichter viel spricht - mal einfach, mal rätselhaft - bietet er dem Leser keinerlei Schlüssel an, damit jener die Kunst nach seinem Empfinden aufnehmen kann. Die Dichtung ist schließlich nicht etwas, das wir begreifen, sondern nur erfühlen können. Es gibt keine Tür, die uns den Zugang zu ihr verschafft, denn: entweder befinden wir uns wie durch ein Wunder in ihrer Gnade, oder wir bleiben für immer außen vor.
Diese Gedichte sind in einem ständigen Dialog miteinander. Der sensible und informierte Leser wird sie entsprechend rezipieren, und darüber hinaus wird er die zahlreichen Assoziationen, die Oxymora, die feinen Vergleiche, die Symbole durch die "gebildete" Sprache besonders genießen.

Monitor

Wenn endlich alles gedämpft sein wird
wie die Straßenlaterne auf öffentlicher Allee
wenn die Strecken, die Gesichter, die Abschiede
vollbracht sein werden
wenn wir zum Ehemals unseres Lebens hinzufügen
die vielen gestohlenen Träume
den sicheren Tod in jeder Einsamkeit
(der Betrug, der sich versteckte in jeder
vorgeschlagenen Lösung,
doch wir ahnten ihn nicht)

dann erst werden wir glasklar sehen
wie auf einem Monitor
den Weg, den wir zurückgelegt haben
den nunmehr sicheren Abstand
von jeder Widerspiegelung



12 GEDICHTE ZU KAVAFIS
Jannis Ritsos
griechisch-deutsch
Übersetzt von Niki Eideneier
Romiosini Verlag Köln, 2009, 50 S., ISBN 978-3-929889-88-8, 9,80 €
mehr
Beschreibung
m Ritsos-Jahr 2009, 100 Jahre nach Jannis Ritsos' Geburt, legt der ROMIOSINI Verlag die zweisprachige Ausgabe eines 1963 im Kedros Verlag, Athen, erschienenen Bändchens vor, in dem Ritsos sich dichterisch seinem großen Vorgänger Kavafis widmet.

3X111 DREIZEILER
Jannis Ritsos
griechisch-deutsch
Romiosini Verlag Köln, 2001, 200 S.,
ISBN 978-3-929889-49-9, 16,77 €

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Verlagstext

Ritsos' Sinngedichte sind in bewundernswerter Ökonomie auf das Wesentlichste reduziert. Auf immer wieder überraschende Weise vermittelt Ritsos Eindrücke, deren Intensität die Lesenden in den Bann zieht. Introvertiert ist die Perspektive des Beschreibenden. Naturerscheinungen und alltäglichen Gegenstände, in vielen der Gedichte anwesend, erlauben eine Öffnung und Erweiterung der menschlichen Warnehmung. Ritsos schafft ein Gefühl des Daseins. Er fängt die Ewigkeit ein.

Jannis Ritsos (1909-1990) ist eine der wichtigsten und berühmtesten neugriechischen Lyriker.. Er ist Zeuge der politischen Katastrophen seiner Zeit. Sein Engagement als Marxist führte ihn mehrmals in die Verbannung und ins Gefängnis. Seine literarischen Produktion ist thematisch zunächst durch sein soziales Engagement gekennzeichnet. So wurden beispielsweise seine von M. Theodorakis vertonten Gedichte an den 60er Jahren symbolisch für die linke Bewegung und den Widerstand. In seinem Spätwerk, so auch in den 1982 entstandenen Dreizeilern, tritt der soziale Aspekt zugunsten einer philosophischen Betrachtungsweise zurück. Ritsos'Poesie ist von der traditionellen griechischen Lyrik und dem antiken Mythos sowie von den französischen Avantgardisten beeinflußt.

Leseprobe

Draußen singen die Vögel,
ihr Lied dringt bis in die Schubladen
mit dem gestickten Leinendeckchen vor.

Im Fußabdruck des Hirsches
wirst du einen blauen See
mit dreiundzwanzig Segelschiffen finden

 


DER ENGEL DER GESCHICHTE
griechisch-deutsch
Vlavianos, Charis
Romiosini Verlag Köln, 2001, 200 S.,
ISBN 9783929889482, 16,77 €
mehr
Verlagstext

Charis Vlavinos' Gedichte weisen menschliche Tiefe und Wärme auf in der Auseinandersetzung mit Leben und Abschied. Er literarisiert seine Erfahrungen mit Verlust und Tod in der Familie. Dabei blickt er auf äußerst private, reale Erlebnisse, zuerst in seiner Kindheit und dann selbst als Vater. Das setzt er in einer klaren Sprache um, wobei immer wieder durch die feine Ironie die grosse Emotionlität der poetischen Bilder mit Humor gewendet wird. Manche seiner Gedichte sind nachdenklich und philosophisch, geradezu Aphorismen.
Die Sammlung umfaßt Gedichte aus dem Zeitraum von 1991 bis 1999. Es ist eine Auswahl von Gedichten aus seinen Publikationen
o Angelos tis Historias 1999 (Der Engel der Geschichte), Adieu 1996, O allos Topos 1994 (Der andere Ort) und I Nostaljia ton Uranon 1991 (Das Heimweh nach den Himmeln).
Charis Vlavianos wurde 1957 in Rom geboren. Bis heute sind von ihm sieben Gedichtsammlungen erschienen. Er trat in den achtziger Jahren in der griechischen Öffentlichkeit als Dichter in Erscheinung und zählt zu der Generation der achtziger Jahre. Der Engel der Geschichte ist seine neuste Sammlung von 1999. Gedichte von ihm wurden in Amerika, Frankreich, Schweden, Italien, Bulgarien, Holland, Belgien und Mexico in Übersetzungen veröffentlicht. Er trat auch in Erscheinung als Übersetzer von Gedichten von Walt Whitman, Ezrad Pround, John Ashbery, Zbigniew Herbert und William Blake. 1998 wurde er mit dem Griechischen Staatlichen Übersetzerpreis ausgezeichnet. Er lebte und studierte in England. Heute lebt der Dichter in Athen und ist Herausgeber der griechischen renomierten Zeitschrift Piissi (Dichtung).

Leseprobe

Aus: Schweigen

Wir leben an diesem Ufer.
Wir sterben am dem anderem.
Doch der Fluß fließt in unserem schwarzäugigem Gehirn.

Es gibt eine Quelle
- und eine Bestimmung.
Und die flammenden Augen unserer Sehnsucht,
die, während wir die Worte loslösen
andauernd ihre Farbe ändern.

Das Gedicht wird geschrieben,
nicht auf dem Wasser,
sondern mit dem Wasser.
Für das Wasser.

"Ich bin verliebt", sagtest du
und weintest vor ihr