Themenseite: Shoah in Griechenland
Freitag, 13. Mai 2011, 19.30 Uhr, Köln-Innenstadt
Bildbericht und Vortrag
Ermittlungen zur Shoah in Griechenland
von Christoph U. Schminck-Gustavus
(Prof. em. für Rechtsgeschichte, Universität Bremen)
Willy Schwarz
(Chicago/Bremen)
singt hebräische und sephardische Lieder zur Shoah.
7o Jahre nach dem Beginn der deutschen Besatzung die Schrecken des Zweiten Weltkriegs in Griechenland unvergessen. Der Referent hat jahrelang im Epirus Zeugnisse und Erinnerungen an diese Zeit gesammelt und aufgezeichnet. Der Vortrag wird sich auf die Deportation der Jüdischen Gemeinde der Stadt Joannina konzentrieren.
Joannina war bis September 1943 italienisch besetzt. Als nach dem Kriegsaustritt Italiens die deutsche Besatzungmacht dort einrückte, begann sie auch hier mit der Ausmordung der griechischen Judenheit. Am 25. März 1944 begann die „Endlösung der Judenfrage“. Dem sind schließlich die jüdischen Gemeinden Griechenlands fast vollständig zum Opfer gefallen.
Beteiligt am Mordprogramm waren der Befehlshaber der deutschen Sicherheitspolizei in Athen, Walter Blume und der Bremer Gestapobeamte Friedrich Linnemann. Gegen sie ermittelte die Staatsanwaltschaft ab 1964. Das Verfahren wurde aber 1970 eingestellt und die Täter außer Verfolgung gesetzt.Gespräch mit Prof. Christoph Schmink-Gustavus
Gast im Radiopolis-Studio ist Prof. Christoph Schminck-Gustavus, Rechts-historiker an der Universität Bremen. Der Wissenschaftler hat die Verbrechen der Wehrmacht in Griechenland erforscht, aber auch den griechischen Widerstand gegen die Nazis.
Gespräch mit Prof. Christoph Schminck-Gustavus, Radiopolis (01.11.08)
Teil 1 5'25 min. Teil 2 4,23 min. Teil 3 3,50 min.
Bücher von Christoph U. Schminck-Gustavus: Winter in Griechenland
Krieg - Besatzung - Shoah 1940-1944
Griechenland unter deutscher Besatzung. lieferbar ab 04/2010, 344 Seiten mit 95 Abbildungen, gebunden, Schutzumschlag, Preis: € 29,90 - zzgl. Versandkosten
ISBN-10: 3-8353-0591-3, ISBN-13: 978-3-8353-0591-5
Rezension: von Dr. Diana Siebert
Kephalloniá 1943-2003
Auf den Spuren eines Kriegsverbrechens
"Wie viele es genau waren, die zwischen dem 16. und dem 23. September auf Kephallonia im Kampf fielen, als Gefangene bei Massenerschießungen umgebracht wurden oder auf den Schiffstransporten ans Festland im Meer ertrunken sind, werden wir nie erfahren. So ist auch Pampalonis Bericht nur ein winziger Mosaikstein, zufällig an Land gespült und aufbewahrt in der Erinnerung."
Kephalloniá 1943-2003, 240 Seiten, 58 Abbildungen, ISBN: 978-3-934836-66-2, Preis: 18.80 €
Rezension: Bernd Marschang (PDF-Datei)Weiterer Bücher zur Shoah in Griechenland Tullia Santin
Der Holocaust in den Zeugnissen griechischer Jüdinnen und Juden
Gestützt auf internationale Holocaustliteratur untersucht Tullia Santin insgesamt zwanzig autobiographische Texte griechischer Jüdinnen und Juden in einer Studie, die ursprünglich als Dissertation eingereicht wurde.
Duncker & Humblot Verlag 2003, 1 Faltkarte, 211 S. ISBN 978-3-428-10722-3, Euro 18,80
Buchvorstellung: VerlagsinformationDie Sonnenblumen der Juden
Herausgegeben von Niki Eideneier
Das Thema dieser Anthologie: "Literarische Zeugnisse über die Juden und das Judentum in Griechenland".Romiosini 2006, 367 S, ; ISBN-10: 3929889773, ISBN-13: 978-3929889772, 24,80 €
Buchvorstellung: Verlagsinformation
Im Internet
Das verborgene «Jerusalem des Balkans»
Salonikis kleine jüdische Gemeinschaft kämpft um die Erinnerung
von Alexander Jossifidis
Anfang des Jahres, am 28. Januar 2007, beging die nordgriechische Hafenstadt Thessaloniki den alljährlichen Holocaust-Gedenktag.
von Alexander Jossifidis
In: «Jüdische Zeitung», August 2007Thessaloniki: U-Bahn-Bau wühlt gerne vergessenes jüdisches Erbe auf
500.000 Leichen im Keller
von Eberhard Rondholz
Wenn man eine U-Bahn baut, das weiß man auch in Köln, stößt man gelegentlich – zur Freude der Archäologen, zum Missvergnügen der Tiefbauunternehmer – auf Zeugnisse längst vergangener Epochen. Den Athenern hat der U-Bahnbau vor der Olympiade von 2004 so manchen antiken Schatz beschert. Auch in Kölns Partnerstadt Thessaloniki wird dieser Tage gebuddelt, für eine Metro, auf die die Einwohner sich freuen, denn die Stadt erstickt im Autoverkehr. Was einige Thessalonicher weniger freut: es kommen da Dinge wieder ans Licht und in Erinnerung, die lange erfolgreich verdrängt worden waren. Dabei sind sie noch gar nicht so lange her.
Auf: NRhZ-Online - Neue Rheinische Zeitung










